SPANNENDE EINBLICKE IN DIE "WALDWASSER-ERLEBNISWELT"

MdL Max Gibis informiert sich über die Wasserversorgung Bayerischer Wald

19.08.2021
Vor einer Übersicht aller angeschlossenen Waldwasser-Gemeinden: MdL Max Gibis (mitte), Waldwasser-Geschäftsführer Hermann Gruber (r.) und Erlebniswelt-Führerin Andrea Rechenmacher (l.)
Vor einer Übersicht aller angeschlossenen Waldwasser-Gemeinden: MdL Max Gibis (mitte), Waldwasser-Geschäftsführer Hermann Gruber (r.) und Erlebniswelt-Führerin Andrea Rechenmacher (l.)

Um den Bürgern noch bessere Einblicke in die faszinierende Welt des Wassers sowie der Wasserversorgung im Bayerischen Wald zu gewähren, bietet „waldwasser“ seit kurzem Führungen durch die Erlebniswelt in der Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA) Max Binder in Flanitz (Gemeinde Frauenau) an. Diese spannende Möglichkeit, mehr darüber zu erfahren, wie der gesamte Bayerische Wald mit bestem und reinsten Trinkwasser versorgt wird, hat der Landtagsabgeordnete Max Gibis genutzt und eine exklusive Führung von Andrea Rechenmacher bekommen, auf der er auch noch von „waldwasser“-Geschäftsführer Hermann Gruber begleitet wurde.

Die Erlebniswelt in der TWA Max Binder begeistert dabei durch eine gelungene Umsetzung und bietet interessante Einblicke von der Gründung des Zweckverbandes Wasserversorgung Bayerischer Wald im Jahr 1963 über den Bau der Trinkwassertalsperre und der Aufbereitungsanlage im Frauenau in den Jahren 1976 bis 1984 bis hin zum modernen Erfolgsprojekt „waldwasser“, das 500.000 Menschen jährlich mit 12,5 Mrd. Litern Wasser versorgt. „Vater der Wasserversorgung im Bayerischen Wald ist der ehemalige Bürgermeister, Landrat und Landtagsabgeordnete Max Binder, der Anfang der 1960er Jahre die Gründung eines Zweckverbandes auf den Weg brachte, um eine flächendeckende, sichere Wasserversorgung im Bayerischen Wald, der aufgrund des harten Gesteinsgrundes mit wenig Wasserspeichereigenschaften als Wassermangelgebiet gilt, zu gewährleisten“, wusste Geschäftsführer Hermann Gruber zu berichten. „Zunächst wurden die ersten Kommunen, die über keine eigene, gesicherte Wasserversorgung verfügten, über das im Jahr 1970 erbauten Wasserwerk in Moos versorgt, aus dem heute jährlich etwa 3,5 Mio. m³ Wasser entnommen und heute nur noch alle Gemeinden rechts der Donau mit weichem Wasser versorgt werden.“


In den Jahren 1976 bis 1984 folgten dann der Bau des Trinkwassertalspeichers mit rund 22 Mio. m³ Fassungsvermögen, von denen 15 Mio. m³ pro Jahr entnommen werden dürften, in Frauenau sowie der Bau der Aufbereitungsanlage (TWA Max Binder) auf der Flanitz. „Mit der Trinkwassertalsperre, deren 3000 ha großes Schutzgebiet größtenteils im Nationalpark Bayerischer Wald und zu kleinen Teilen im Böhmerwald liegt, sind wir optimal aufgestellt. Wir könnten zwei Jahre in Folge ohne Zuflüsse durch Regen die Wasserversorgung aufrechterhalten“, so Hermann Gruber zum Abgeordneten. „Mit den jährlich 10 Mio. m³, die wir entnehmen, versorgen wir rund 80% des „waldwasser“-Versorgungsgebietes.“

Den Weg vom Rohwasser, das aufgrund der geschützten Lage bereits außerordentlich hohe Qualität aufweist, zum Waldwasser beschrieb Andrea Rechenmacher dem Abgeordneten mit Hilfe zahlreicher Filme und Illustrationen in der „waldwasser“-Erlebniswelt, die die Besucher bis in das mit 8 Mio. Litern Wasser gefüllte Areal mit den Reinwasserkammern im Herzen der Anlage führt. „Das Rohwasser, das aus zwei Leitungen im freien Gefälle aus der Talsperre hier in einer Größenordnung von 30.000 Litern pro Minute ankommt, wird zunächst mit Ozon begast, um es keimfrei zu machen. Anschließend wird es mit einer nachempfundenen Bodenstruktur gereinigt und mit Hilfe von Jurakalk aufgehärtet. Rund zehn Stunden dauert es, bis aus dem Rohwasser Waldwasser geworden ist“, so Andrea Rechenmacher. „Das Rohwasser wird anschließend in unser 900 Kilometer langes Leitungsnetz samt 50 Hochbehältern eingespeist, so dass zu jeder Zeit fast 300.000 m³ reinstes Waldwasser im Umlauf sind“, ergänzte Hermann Gruber noch.

Insgesamt stellt die Wasserversorgung Bayerischer Wald eine Erfolgsgeschichte dar, die vor allem seit der Umbenennung in „waldwasser“ im Jahr 2007 sowie der weiter steigenden Anzahl an angeschlossenen Kommunen in Folge der trockenen Sommer, auch nach Vorbehalten von manchen Bürgern in der Anfangszeit, deutlichen Auftrieb erhalten hat. „Wir verstehen uns als Partner der Kommunen und wollen gemeinsam eine flächendeckenden und sichere Wasserversorgung in bester Qualität sicherstellen“, bestätigt Geschäftsführer Hermann Gruber. „Das hohe Vertrauen spiegelt sich in der großen Anzahl von mittlerweile 104 Partnerkommunen, die entweder ganz oder teilweise mit „waldwasser“ versorgt werden, oder die digitalen Überwachungsinstrumente der Wasseranlagen vor Ort nutzen, die von uns bereitgestellt werden.“

Der Abgeordnete Max Gibis attestierte Herrmann Gruber und seinem Team hervorragende Arbeit, die letzten Endes allen Bürgern des Bayerischen Waldes mit einem fairen Angebot an Trinkwasser zu Gute kommt. Insbesondere freute ihn, dass nachhaltig und vorausschauend gearbeitet wird. So wird nicht nur über Wasserkraftwerke in den Leitungsnetzen ein Teil der verbrauchten Energie wieder zurückgewonnen, auch die Gebäulichkeiten und die Infrastruktur werden auf dem neuesten Stand gehalten. So wird neben dem Neubau des Wasserkraftwerkes in Moos im Jahr 2018 auch die TWA Max Binder zeitnah wieder modernisiert werden. „Wir denken heute schon daran, das Leitungsnetz ab 2030 komplett zu sanieren“, so Hermann Gruber abschließend.