ÖRTLICHE MANDATSTRÄGER SPRECHEN SICH PRO UMGEHUNG SCHWEINHÜTT AUS

Differenzierte Bewertung gefordert – Sachargumente statt Ideologie

18.06.2021
Der Vor-Ort Termin zeigte eindrucksvoll die hohe Frequenz auf der B11
Der Vor-Ort Termin zeigte eindrucksvoll die hohe Frequenz auf der B11

Nach der undifferenzierten Kritik des Bundes Naturschutz (BN) an den Plänen für die Umgehungsstraße auf der B11 bei Schweinhütt haben sich die in der Verantwortung stehenden regionalen und überregionalen Mandatsträger genötigt gefühlt, hier klar Stellung für die Umgehung Schweinhütt zu beziehen. „Die Debatte wird auf den Flächenverbrauch reduziert, viele andere, äußerst positive Argumente werden unter den Tisch gekehrt“, so der Bundestagsabgeordnete Alois Rainer und der Landtagsabgeordnete Max Gibis. „Für eine echte Debatte braucht es allerdings eine weitaus differenziertere Bewertung der Argumente und nicht bloße Ideologie“, werden die beiden Abgeordneten deutlich. Auch Regens Bürgermeister Andreas Kroner, Zwiesels amtierende Bürgermeisterin Elisabeth Pfeffer sowie auch Landrätin Rita Röhrl, die leider beim Vor-Ort Termin verhindert war, sprachen sich klar für den Bau der Umgehung aus. Die Interessensgemeinschaft „Pro Umgehung Schweinhütt“ um ihren Vorsitzenden Thomas Schweikl sowie auch IHK-Vizepräsident Franz Birnbeck, Mitbegründer und Sprecher der Interessensgemeinschaft „Pro Infrastruktur ARBERLAND“, freuten sich über die positive Unterstützung.

Sowohl die beiden Abgeordneten Max Gibis und Alois Rainer als auch die beiden Bürgermeister Andreas Kroner und Elisabeth Pfeffer sowie auch Landrätin Rita Röhrl und Thomas Schweikl sowie Franz Birnbeck waren sich einig, dass in einer sachlichen Debatte die Argumente für den Bau der Umgehung auf der B11 bei weitem überwiegen. „Zu aller erst geht es um die grundsätzliche Weichenstellung für die Zukunft der Region. Die beiden Hauptachsen B85 und B11 sind die Lebensadern des Landkreises, da sie auch die existenzielle Funktion von Autobahnzubringern in einer Region ohne eigene Autobahnanbindung ausüben. Von ihrer Leistungsfähigkeit hängt die Entwicklung unserer Heimat hinsichtlich Arbeitsplätze, Tourismus, Wohlstand und auch Lebensqualität ab“, werben Gibis und Rainer eindringlich für die Verwirklichung des Projekts. „In der fachlichen Bewertung schneidet die Ortsumgehung B11 bei Schweinhütt aufgrund ihrer großräumigen Verbindungsfunktion sowie der überdurchschnittlichen Verkehrsbelastung von über 10.000 Fahrzeugen pro Tag mit einem positiven Kosten-Nutzen-Verhältnis sehr gut ab. Der Ausbau ist aus vielfacher Hinsicht absolut gerechtfertigt“, betont MdB Alois Rainer. Auch MdL Max Gibis gab zahlreiche Aspekte zu bedenken: „Beim Ausbau der B11 geht es um zahllose Facetten, die sich positiv auf die Region auswirken. So sorgen gute Verkehrswege für die nötige Attraktivität für junge Menschen, zu ihrem Arbeitsplatz zu pendeln, ihren Wohnsitz allerdings in ihre Heimat zu verlegen. Die gut ausgebauten, sichern und leistungsfähigen Straßen nutzen aber nicht nur den Einheimischen für den schnellen Weg zu Arbeit, sondern auch den Touristen für eine einfache, unkomplizierte Anreise und sind ein Argument für Firmen, sich anzusiedeln, was wiederum Arbeitsplätze und auch Wohlstand generiert.“ Dies konnte auch IHK-Vizepräsident Franz Birnbeck bestätigen, der zusammen mit Hans Kraus und Richard Kauer die Interessensgemeinschaft „Pro Infrastruktur ARBERLAND“ gegründet hatte und einst 1.000 Unterstützerunterschriften hierfür sammeln konnte. „Ein Großteil der Unterschriften stammt dabei nicht nur von den Firmen und Betrieben im Landkreis, sondern vor allem von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern dieser Unternehmen“, so Birnbeck.

Regens Bürgermeister Andreas Kroner und seine Kollegin aus Zwiesel Elisabeth Pfeffer schlagen in die gleiche Kerbe. „Die Ortsumgehung betrifft nicht nur die Menschen vor Ort, sondern alle Menschen in den hinter liegenden Gemeinden, die von einer guten und sicheren Verkehrsanbindung profitieren, sei es durch schnelle Anbindungen oder attraktiven Standorten für die Wirtschaft“, so Elisabeth Pfeffer. Andreas Kroner verwies insbesondere auf den Aspekt der weiteren Entwicklungsperspektiven für die Ortschaft Schweinhütt. „Nach Abschluss der Maßnahme kann die bestehende Straße zur Ortsstraße herabgestuft werden verbunden mit der Möglichkeit der Nachverdichtung. Der gesamte Ortskern kann basierend auf den jetzigen Strukturen revitalisiert und neu gestaltet werden.“ Zudem liegt ihm vor allem viel an einer durchgehend sicheren Verbindung zwischen Regen und Zwiesel ohne Unfallschwerpunkte. „In dieser Hinsicht stellt die Umgehung Schweinhütt einen Lückenschluss dar, der Unfallschwerpunkte, wie am Ende der bestehenden Ausbaustrecke, entschärft und dringend benötigte Überholmöglichkeiten schafft“, ist sich Kroner sicher.

Generell betonten alle Beteiligten das Hauptargument des Umgehungsbaus: Die Verkehrssicherheit. „Ziel aller Verantwortlichen ist es in erster Linie, die Sicherheit an den beiden Hauptverkehrsachsen B11 und B85 im Landkreis Regen zu verbessern und Unfallschwerpunkte zu beseitigen. Dies ist nachweislich bei allen Baumaßnahmen des Staatlichen Bauamtes Passau gelungen“, betont Landrätin Rita Röhrl. „Auch mit der Umgehung Schweinhütt werden Menschenleben geschützt, sei es das der Autofahrer selber, das der Radfahrer, die die Straße queren müssen, um den Radweg zu erreichen, genauso wie das der Fußgänger, die zur Gastwirtschaft wollen, oder das der Schulkinder, die die B11 auf dem Schulweg von der Bushaltestelle zum Dorf überqueren müssen.“

Dieses Argument wollte auch der Sprecher der Interessensgemeinschaft „Pro Umgehung Schweinhütt“, Thomas Schweikl, vertiefen. „Die Unterstützung vor Ort für die Umgehung ist groß, denn die Pro-Aspekte überwiegen eindeutig. So haben sich mittlerweile über 200 Personen aus dem Dorf unsrer Interessensgemeinschaft angeschlossen“, stellt Thomas Schweikl klar. „Durch den jetzigen Verlauf der B11 ist unser Dorf zweigeteilt. Mit der Umgehung kann nicht nur die Sicherheit für unsere Schulkinder und Fußgänger endlich gewährleistet, sondern auch die Lebensqualität für die Anwohner, aber auch alle Bürger Schweinhütts, gesteigert werden.“ Gerade die Lärm- und Feinstaubbelastung im Ort könnte signifikant reduziert werden, erwähnt Thomas Schweikl noch.

Die gewählte Trasse der Ortsumgehung Schweinhütt auf der B11 erfüllt alle Anforderungen für einen modernen Straßenbau. „Alle ökologischen Aspekte sind mit den Naturschutzbehörden abgesprochen, Ausgleichsflächen werden ausgewiesen, Böschungen sorgen für zusätzliche, begrünte Oberflächen und der Flächenverbrauch steht in einem absolut gesunden Verhältnis zu den zahllosen positiven Folgeescheinungen“, sprechen sich Alois Rainer und Max Gibis abschließend noch einmal für die sinnvoll dimensionierte, gut geplante und sichere Trasse der Ortsumgehung Schweinhütt aus. „Wir hoffen, dass das Planfeststellungsverfahren zu einem guten Abschluss kommt und möglichst bald der Ausbau beginnen kann. Hilfreich wäre sicherlich, wenn sich die Unterstützer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu Wort melden und die Wortführerschaft der Debatte nicht nur den Kritikern überlassen wird.“

Zum aktuellen Sachstand konnten MdB Alois Rainer und MdL Max Gibis, die sich vorab beim Leiter des Straßenbauamtes Passau, Herrn Robert Wufka informiert hatten, berichten, dass seit dem Erörterungstermin im Dezember 2018 die eingebrachten Änderungswünsche und Prüfaufträge abgearbeitet, sämtliche Änderungen in die Tekturunterlagen eingearbeitet und die Planmappe zur Vorprüfung an der Regierung v. Niederbayern im März 2021 eingereicht wurden. „Wir gehen davon aus, dass der Planfeststellungbeschluss durch die Regierung von Niederbayern bis Mitte des Jahres 2022 endlich erfolgen kann“, geben sich Rainer und Gibis vorsichtig optimistisch. Außerdem war es ihnen noch ein Bedürfnis auf den Vorwurf der Kostensteigerungen bei der Umgehungsstraße einzugehen. „Die Hauptursache für die Kostensteigerungen tragen die Projektgegner selber. Durch die Verzögerungen in Folge von Einsprüchen, Beschwerden, Prüfaufträgen und Änderungswünschen sowie der in dieser Zeit erfolgten Baupreissteigerungen lassen sich die Kostensteigerungen fast vollständig erklären.“