HOHER BESUCH IN DER MARKTBÜCHEREI SCHÖNBERG

Abgeordnete Gibis und Hopp loben Auszeichnung mit dem Bücherei Siegel in Gold

07.09.2020
Die Landtagsabgeordneten Max Gibis (2.v.l.) und Dr. Gerhard Hopp (r.) besuchen auf Einladung des Schönberger Bürgermeisters Martin Pichler (2.v.r.) die Marktbücherei um ihren Leiter Reinhold Hartl (l.)
Die Landtagsabgeordneten Max Gibis (2.v.l.) und Dr. Gerhard Hopp (r.) besuchen auf Einladung des Schönberger Bürgermeisters Martin Pichler (2.v.r.) die Marktbücherei um ihren Leiter Reinhold Hartl (l.)

Vor kurzem wurde die Marktbücherei in Schönberg mit dem Bücherei-Siegel in Gold des Sankt Michaelsbundes ausgezeichnet. Anlässlich dieser hohen Auszeichnung für die Marktbücherei hat sich hoher Besuch angekündigt. Der örtliche Stimmkreisabgeordnete Max Gibis sowie sein Kollege aus dem Stimmkreis Cham, Dr. Gerhard Hopp, zugleich Vorsitzender des Bayerischen Bibliotheksverbandes, nahmen die Einladung von Bürgermeister Martin Pichler, sich vor Ort über die Marktbücherei Schönberg sowie ihre Herausforderungen zu informieren, gerne an. Büchereileiter Reinhold Hartl hatte für den Besuch umfangreiche Informationen vorbereitet und machte die beiden Abgeordneten mit Unterstützung des Bürgermeisters Martin Pichler, des Pfarrers Michael Bauer sowie der Markträtin und zuständige Referentin Carolin Garhammer auf die aktuellen Nöte der kleinen Büchereien im ländlichen Raum aufmerksam.

Bürgermeister Martin Pichler zeigte sich sehr erfreut, anlässlich der Auszeichnung mit dem Bücherei-Siegel in Gold durch den Sankt Michaelsbund gleich zwei Landtagsabgeordnete in der Schönberger Marktbücherei begrüßen zu dürfen, darunter auch den „wichtigsten Lobbyisten für das Lesen in Bayern“, wie der Landesvorsitzende des Bayerischen Bibliotheksverbandes Gerhard Hopp auch bezeichnet wird. „Bei all den wichtigen Infrastruktureinrichtungen, die eine Kommune vorhalten sollte, vergisst man gerne die Büchereien. Aber auch diese sind wichtiger Bestandteil einer Gemeinde und Teil einer vollwertigen Infrastruktur“, so der Bürgermeister zur Begrüßung.


Nach der Begrüßung informierte Büchereileiter Reinhold Hartl, der bereits seit 1988 die Marktbücherei leitet, zur aktuellen Situation „Mit 14 ehrenamtlichen Mitarbeitern leisten wir etwa 860 Stunden pro Jahr, um den reibungslosen Betrieb der Bücherei sicherzustellen. Dabei verwalten wir rund 13.000 Medien, wovon wir knapp 1.000 jährlich erneuern, um das Angebot an Büchern, Zeitschriften, DVD´s, CD`s, aber auch Tonies für Kinder auf einem neuen Stand zu halten“, erklärte Hartl. „Dabei werden von etwa 12.000 Besuchern im Jahr, die sich aus dem wiederholten Besuch der rund 700 Stammleser zusammensetzen, über 20.000 Medien im Jahr ausgeliehen. Zusammen mit den digitalen Angeboten sind es deutlich über 23.000 Leihen pro Jahr.“ Träger der Marktbücherei sind die Pfarrei St. Margareta sowie die Marktgemeinde Schönberg. „Diese Trägerschaft funktioniert tadellos und wir sind dankbar für diese Trägerschaft“, so Reinhold Hartl. Die beiden Träger, die Diözese, Spender sowie auch der Freistaat Bayern finanzieren die jährlich rund 14.000 Euro an laufenden Kosten der Bücherei.

Beim Thema Kostenzuschuss für die kleinen Landbüchereien durch den Freistaat hatten Leiter Reinhold Hartl, Bürgermeister Martin Pichler sowie Markträtin Carolin Garhammer und auch Pfarrer Michael Bauer eine Bitte an die beiden Angeordneten. „Bei den Zuschüssen für die kleinen Büchereien muss unbedingt nachgebessert werden. Seit der Sparwelle in der Ära Edmund Stoibers bleiben vielfach die Kosten bei den örtlichen Trägern hängen.“ Gibis und Hopp bestätigten, in dieser Thematik bereits aktiv zu sein. „In den letzten beiden Jahren konnten u.a. auch durch Fraktionsreserven der CSU etwa 700.000 Euro für die kleinen Landbüchereien bereitgestellt werden, so dass zumindest wieder das Niveau vor der Sparwelle erreicht werden konnte“, so Dr. Gerhard Hopp. MdL Max Gibis ergänzte, dass man aber auch in Zukunft dieses Anliegen auf dem Schirm behalten werde. Büchereileiter Hartl bestätigt gegenüber den beiden Abgeordneten. „Die Erhöhung in den letzten beiden Jahren hat sich bereits bemerkbar gemacht.“ Hopp und Gibis zeigten sich erfreut darüber. „ Es ist schön zu sehen, wenn die Gelder auch vor Ort ankommen.“

Besonders stolz zeigte sich Büchereileiter Hartl über das Angebot „Leo Sued“, das in der Marktbücherei in Schönberg ebenfalls angeboten werden kann. „Etwa 100 kleinere Büchereien haben sich hier zusammengeschlossen und können etwa 63.000 digitale Medien wie E-Books, E-Audio oder E-Paper anbieten, darunter 148 Abos von Zeitschriften und Tageszeitungen wie Spiegel oder FAZ“, berichtete Hartl. „Damit können wir ein sehr attraktives Angebot anbieten und erreichen über 3.000 digitale Leihen im Jahr.“ Auch beim Thema E-Books hatte Hartl eine dringende Bitte an die beiden Abgeordneten. Er forderte den Einsatz für das “right to e-read“. „E-Books müssen normalen Büchern gleichgestellt werden. Wir müssen für die Lizenzen teilweise mehr bezahlen als im Buchhandel, wenn wir die Lizenzen überhaupt erhalten, und bekommen die Medien auch erst Monate nach der offiziellen Veröffentlichung. Außerdem sind die Lizenzen teilweise zeitlich beschränkt und müssen nach einer bestimmten Ausleihe-Anzahl neu erworben werden. Damit ist der Zugang zu den digitalen Medien für Büchereien stark eingeschränkt. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, auch generell bei der Digitalisierung der Büchereien.“ Gibis und Hopp versprachen, sich dafür einzusetzen und die Thematik bei zuständigen Stellen einzuspeisen.

Generell betonten die beiden Abgeordneten nach dem Gespräch die Bedeutung sowie auch die Förderung der kleinen Bibliotheken zur Stärkung des ländlichen Raumes. „Letztendlich stellen Büchereien in kleinen Ortschaften oftmals auch Begegnungspunkte dar, die es unbedingt zu erhalten gibt, waren sich alle Beteiligten einig. MdL Gerhard Hopp verwies noch einmal gesondert darauf, dass man in der heutigen Gesellschaft durchaus betonen müsste, dass Wertschöpfung auch durch Kreativität, wie sie eben in vielen Büchern zu finden ist, entsteht. „Wir planen außerdem einen Bayerischen Bibliothekspreis, der mit insgesamt 15.000 Euro dotiert ist“, rief Gerhard Hopp die Marktgemeinde zur Bewerbung auf. Max Gibis betonte einmal mehr, die Wichtigkeit des Ehrenamtes für das Funktionieren einer kleinen Marktbücherei. „Es geht vor allem um die Anerkennung für diese vollwertige ehrenamtliche Tätigkeit.“