GEMEINSAM FÜR NIEDERBAYERN AKTIV

Abgeordneter Max Gibis besucht Amt für Ländliche Entwicklung

18.09.2019
Josef Reidl (l.) und Werner Weny stellten Max Gibis (M.) die Bandbreite der Unterstützung des ländlichen Raumes durch das Amt dar
Josef Reidl (l.) und Werner Weny stellten Max Gibis (M.) die Bandbreite der Unterstützung des ländlichen Raumes durch das Amt dar

Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Niederbayern unterstützt durch Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE), Flurneuordnung und Dorferneuerung die Kommunen im ländlichen Raum. Landtagsabgeordneter Max Gibis (CSU) informierte sich über aktuelle Projekte, den Einsatz der Fördermittel, die derzeitige Ausstattung des Amtes mit Personal und die langfristige Ausrichtung der Behörde.

Gibis kennt das Amt und die Ländliche Entwicklung aus seiner Zeit als Bürgermeister und auch bereits über Jahre als Abgeordneter. So interessierte ihn neben dem Gesamtüberblick vor allem die aktuelle Situation mit Schwerpunkt Bayerischer Wald und insbesondere die Landkreise Freyung-Grafenau und Regen. „Insgesamt laufen derzeit 258 aktuelle Verfahren und Projekte über ganz Niederbayern verteilt; die Nachfrage übersteigt eigentlich in allen Bereichen unsere Möglichkeiten. Unsere Kernkompetenz, die Bodenordnung, setzen wir in breiter Palette bei Lösungen von Interessenkonflikten, zur Verbesserung der Agrarstruktur sowie für Belange der Ökologie oder der Dorferneuerung ein“, informierte Amtsleiter Josef Reidl den Abgeordneten.

Die absehbar größten Zukunftsaufgaben seien die Bereiche Klima, Boden, Landschaft, Wasser sowie die Entwicklung der Dörfer. Mit der Initiative boden:ständig soll Bodenerosion verhindert und der Zustand der Gewässer verbessert werden. So helfe man der Land- und Forstwirtschaft durch die agrarstrukturelle Verbesserung und schütze gleichzeitig Natur und Landschaft.

Die Dorferneuerung ist nach wie vor stark nachgefragt. „Die demographische Entwicklung und damit einhergehend der Leerstand von Gebäuden in unseren Dörfern stellen eine zentrale Herausforderung für die Zukunft dar“, so der Behördenleiter.

Mit der Initiative „Innen statt Außen“ kann bei Gebäuden im Innenbereich den Kommunen eine kraftvolle finanzielle Unterstützung mit bis zu 80 Prozent, teilweise sogar 90 Prozent Förderung gewährt werden. Auch Kleinstunternehmern kann das Amt für die Sicherstellung der Daseinsvorsorge finanziell unter die Arme greifen. Für die Bewältigung dieser Aufgaben und vor allem eine vorausschauende kommunal-regionale Entwicklungspolitik hat sich der Zusammenschluss mehrerer Kommunen in einer ILE als vorteilhaft erwiesen. Im Bayerischen Wald haben sich mit ganz wenigen Ausnahmen inzwischen alle Kommunen für eine solche Zusammenarbeit entschieden. „13 unserer 20 Integrierten Ländlichen Entwicklungen im Bezirk befinden sich ganz oder teilweise nördlich der Donau – das zeigt dort die Bedeutung dieses Instruments“, betonte Reidl.

Dabei stehen gerade einige dieser Gemeindeallianzen beispielhaft für die weitere Entwicklung dieses Strukturinstruments im ländlichen Raum. Abteilungsleiter Werner Weny erläuterte am Modell „Ilzer Land“ die Organisationsstruktur bei einer intensiv laufenden ILE. Anhand der ILE „Nationalparkgemeinden“ schilderte er die Möglichkeiten internationaler Zusammenarbeit und stellte die „Dach-ILE Bayerwald“ als mögliche Basis für regionale Initiativen wie Mobilität oder eine sogenannte Genussregion dar.

Gibis interessierte sich weiter für die gezielte Förderung des ländlichen Raumes. Die Finanzmittelsituation habe sich deutlich verbessert, so Reidl. Das Amt kann in diesem Jahr insgesamt bis zu 18 Millionen Euro Fördermittel für Projekte in Niederbayern ausgeben. Er bedankte sich für die starke und erfolgreiche Unterstützung der Abgeordneten, sowohl im Land, wie auch im Bund. Zur Personalsituation berichteten die Behördenvertreter, dass nach jahrelangem Abbau derzeit wieder verstärkt Einstellungen möglich seien. Insgesamt 29 junge Menschen sind am Amt in Ausbildung. Andererseits stehen starke Jahrgänge vor dem Eintritt in den Ruhestand, so dass einige sehr schwierige Jahre zu bewältigen sind, bis die jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Lücken schließen können.

Die Nachfrage nach den Instrumenten der Ländlichen Entwicklung ist allerdings weiterhin hoch, so dass neue Verfahren besonders sorgfältig ausgewählt werden müssen, um das vorhandene Personal möglichst wirksam einzusetzen. Der Landtagsabgeordnete zeigte sich im Gespräch überzeugt, dass das Amt für Ländliche Entwicklung weiterhin attraktiver Partner für Kommunen und Landwirte sein wird. „Niederbayern ist geprägt durch ländliche Strukturen“, so Gibis, der von 2005 bis 2013 Bürgermeister der Gemeinde Mauth war. „Mir ist daran gelegen alle Stellschrauben zu nutzen, um unsere ländlichen Räume zukunftsfähig und lebenswert zu erhalten.“