IN REGEM AUSTAUSCH MIT DEM BRK IM LANDKREIS

Abgeordneter Max Gibis zum Informationsgespärch beim BRK

07.03.2019
MdL Max Gibis (mitte) in regem Austausch mit dem BRK-Rettungsdienstleiter Günther Karl (l.) sowie dem BRK-Kreisgeschäftsführer im LK Freyung-Grafenau Josef Aigner (r.)
MdL Max Gibis (mitte) in regem Austausch mit dem BRK-Rettungsdienstleiter Günther Karl (l.) sowie dem BRK-Kreisgeschäftsführer im LK Freyung-Grafenau Josef Aigner (r.)

Der Abgeordnete Max Gibis hat sich bei BRK-Kreisgeschäftsführer Josef Aigner und dem Leiter des BRK-Rettungsdienstes Günther Karl zu einem Informationsgespräch getroffen, um sich über die aktuellen Belange und Herausforderungen des Bayerischen-Roten-Kreuzes (BRK) im Landkreis Freyung-Grafenau zu unterhalten. „Es ist wichtig informiert zu sein, wenn diese Themen im Innenausschuss des Bayerischen Landtags auf den Tisch kommen“, so MdL Max Gibis. „Außerdem sollen die Verantwortlichen vor Ort auch immer wissen, welchen Ansprechpartner sie bei ihren Anliegen haben.“

Zunächst einmal gaben Kreisgeschäftsführer Josef Aigner und Rettungsdienstleiter Günther Karl dem Abgeordneten einen Überblick über die breite Palette der Tätigkeiten des BRK im Landkreis Freyung-Grafenau. „Unsere Aufgaben reichen von den Alltagshilfen wie z. B. Fahrdienste, Hausnotrufsysteme und Menüservice über Tätigkeiten für die Allgemeinheit wie z. B. Blutspendetermine und Berg- sowie Wasserwacht hin zu hoheitlichen Aufgaben wie dem öffentlich-rechtlichen Rettungsdienst. Abgerundet wird das Portfolio letztendlich durch zahlreiche Aufgaben und Einheiten im Rahmen des Bevölkerungsschutzes des Bundes sowie Katastrophenschutz des Landes Bayern“, beschreibt Josef Aigner die umfangreichen Betätigungsfelder des BRK im Landkreis. MdL Max Gibis lobte insbesondere das große, ehrenamtliche Engagement der vielen Helfer. Hier stellte er die „Helfer vor Ort“ heraus, bestens ausgebildete, ehrenamtliche Ersthelfer, die aus der Nachbarschaft kommen und überall im Landkreis als sogenannte „HvO“ die erste Versorgung im Notfall übernehmen, bis der Rettungsdienst eintrifft. „Ein solches System ist nur durch die flächendeckende Bereitschaft engagierter, freiwilliger BRK-Helfer möglich. Das verdient meinen größten Respekt“, so Gibis. Außerdem betonte er einmal mehr, welche wichtige Rolle das BRK bei beim Katastrophenschutz im Landkreis und darüber hinaus einnimmt.

In Kürze fällt der Startschuss zum Neubau des bisher größten BRK-Katastrophenschutzzentrums im Landkreis  am Standort Jandelsbrunn. Voraussichtlich noch im Jahr 2019 wird dort eine neue Rot-Kreuz-Immobilie mit 5 Garagen sowie Lager und Aufenthaltsraum entstehen, in der neben einem Rettungswagen auch ein Gerätewagen Sanität, Einsatzleit- und Mehrzweckfahrzeuge sowie die gesamte CBRN(E) – Einheit zusammengefasst werden können. Letztere ist eine Spezialeinheit des BRK, welche Patienten in Einsatzlagen versorgt, die durch chemische, biologische, radioaktive oder nukleare (explosive) Gefahrstoffe kontaminiert sind.

Parallel dazu erfolgt derzeit der letzte Planungsabschnitt des Neubaus bzw. Umzugs der BRK-Außenstelle Waldkirchen in ein zeitgemäßes Gebäude nahe dem derzeitigen Standort. Auch hier werden nach dessen Fertigstellung neben dem Rettungsdienst auch alle anderen Rot-Kreuz-Dienste am Standort Waldkirchen mit umziehen.

Spannend und vor allem wichtig für die Allgemeinheit ist und bleibt das Thema der rettungsdienstlichen Versorgung im Landkreis Freyung-Grafenau. Gerade hier sieht BRK-Kreisgeschäftsführer Josef Aigner auch noch Handlungsbedarf und führt dazu aus: „Das neue Trust III-Gutachten untersucht und regelt die sogenannten „Hilfsfristen“, innerhalb derer ein Rettungswagen einen Notfallpatienten erreichen muss. Nach den aktuellen gesetzlichen Vorgaben muss ein Rettungswagen 80% der Einsätze des Versorgungsbereichs seiner Rettungswache innerhalb von 12 Minuten Fahrzeit erreichen. Das neue Trust III-Gutachten untersucht nun, inwieweit diese Vorgaben im Rettungsdienstbereich Passau - zu dem auch der Landkreis Freyung-Grafenau gehört -  erfüllt werden. Dieses Gutachten wird im Auftrag des Bayerischen Innenministeriums sowie der Kostenträger des Rettungsdienstes vom Institut für Notfallmedizin an der LMU München durchgeführt, und gibt dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung in Passau dann eine Empfehlung für eine adäquate Anpassung der örtlichen Rettungsdienststrukturen ab“.

Das BRK sieht sich hierbei stets als Partner und unterstützt diese Prozesse durch Weitergabe von Erfahrungswerten aus der Durchführung seiner täglichen Arbeit im Rettungsdienst. Tatsächlich gibt es im Landkreis mehrere Orte, bei denen auf Gemeindeebene betrachtet die 80%-Schwelle nicht annähernd eingehalten werden kann. Gerade hier erhofft sich das BRK vom neuen Gutachten entsprechende Empfehlungen, die zu einer deutlichen Verbesserung der Versorgungssituation führen. Auf Nachfrage von MdL Max Gibis wo aus Sicht des BRK dringender Handlungs- und Verbesserungsbedarf besteht, erfährt er: „Wir wünschen uns, das im Rahmen des neuen Gutachtens mindestens zwei Rettungsdienststellplätze bzw. Rettungswachen entstehen. Einer in den Gemeindebereichen Eppenschlag oder Schönberg, evtl. auch Spiegelau, sowie ein zweiter im Bereich Perlesreut. Von hier aus könnte dann unserer Erfahrung nach ein Großteil der derzeit zum Teil erheblich unterversorgten Gemeinden eine deutliche Verbesserung ihrer Versorgungssituation erfahren.“ so Kreisgeschäftsführer Josef Aigner.

MdL Max Gibis betonte, dass es oberstes Ziel sein müsse, die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten und gewährleistet sein muss, dass ein Rettungswagen innerhalb der vorgegebenen Zeiten an den Notfallorten eintrifft. Josef Aigner und Günther Karl sind sich darüber auch einig. „Nach Veröffentlichung des Trust III-Gutachten und einer hoffentlich damit verbundenen Vorhalteerhöhung im Landkreis Freyung-Grafenau wird die Herausforderung für Durchführende des Rettungsdienstes vor allem darin bestehen, auch ausreichend qualifiziertes Einsatzpersonal vorzuhalten, welches an den neuen Standorten dann seinen Dienst verrichten kann.

„Für das BRK ist dies aber vielmehr Chance als Risiko, da für alle unsere hauptamtlichen Kolleginnen und Kollegen ein Tarifvertrag gilt, welcher zeitgemäße Arbeitsbedingungen mit fairer Bezahlung und betrieblicher Altersversorgung garantiert. Da all dieses in der Branche nicht immer üblich ist, können wir damit bei Stellenausschreibungen häufig punkten und so unsere offenen Stellen in der Regel zeitnah auch mit qualifizierten, erfahrenen und motivierten Mitarbeitern aus der Region nachbesetzten“, so Günther Karl.

Unser Ziel ist es gemeinsam mit den lokalen Entscheidungsträgern und politisch Verantwortlichen in der Region den Einwohnern im Landkreis Freyung-Grafenau eine bestmögliche Daseinsvorsorge zu gewähren, egal ob im täglichen Leben, im Notfall oder bei Katastrophenereignissen. Mit seinen weit über 100 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie alles in alles etwa 800 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern steht hier eine mehr als schlagkräftige Truppe jederzeit bereit. Dafür steht das BRK als Hilfsorganisation sowie die Kommunal- und Landespolitik bereit – Hand in Hand für unsere Bürger.