"Beim Fachkräftemangel drückt der Schuh"

Politik trifft Wirtschaft - MdL Max Gibis bei IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner

2018-01-30

Infrastruktur, Fachkräfte und allgemein die Entwicklung des ländlichen Raums – das waren die Schwerpunkte eines Austausches zwischen Alexander Schreiner, Hauptgeschäftsführer der IHK Niederbayern, und dem Landtagsabgeordneten Max Gibis (CSU). Gibis war für dieses Gespräch vergangene Woche in die IHK-Geschäftsstelle nach Passau gekommen.

MdL Max Gibis (l.) im Gespräch mit dem IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner

Schreiner legte anhand von IHK-Umfragen die große Bedeutung der Fachkräfteproblematik dar, gerade für die Betriebe in den ländlich geprägten Regionen Niederbayerns wie den Bayerwald-Landkreisen. Zwar seien die Ausbildungszahlen etwa in Freyung-Grafenau zuletzt gegen den Niederbayern-Trend gestiegen, aber das reiche nicht aus, um die bestehenden Lücken zu schließen. „Das Thema Nummer 1 sind die Fachkräfte – und zwar die beruflich Qualifizierten. Da drückt der Schuh am meisten“, bekräftigte Schreiner. Bei Gibis traf er damit auf Verständnis. Wie Schreiner, betonte auch er die Bedeutung der beruflichen Bildung: „Ich bin ein großer Fan der dualen Ausbildung.“

Dass neben der Gewinnung und Bindung von Fachkräften die Rahmenbedingungen stimmen müssen, wurde im weiteren Verlauf des Gesprächs deutlich. Neben guten Verkehrswegen seien insbesondere leistungsfähige Internetverbindungen besonders wichtig. Beim kabelgebundenen Breitbandausbau sei man hier auf einem guten Weg, sagte Gibis. Ziel sei es, Betriebe und Gewerbegebiete möglichst rasch mit schnellen Glasfaserleitungen zu erreichen. „Größere Lücken gibt es aber noch beim Mobilfunk“, räumte der Abgeordnete ein. „Wir müssen da dranbleiben.“ Ein weiterer Punkt, den Schreiner ansprach: Die zunehmende Belastung der Betriebe durch Bürokratie, Vorschriften und Dokumentationspflichten. „Das geben uns die Unternehmer jedes Mal mit“, berichtete Schreiner. Diese Sorgen und Klagen nehme man im Landtag sehr ernst, versicherte Gibis.

Der ländliche Raum insgesamt mache derzeit einen Strukturwandel durch, dessen Folgen sich auf ganz unterschiedlichen Ebenen bemerkbar machten. „Die Kunst ist es, diesen Wandel aktiv zu gestalten“, meinte Gibis. „Die Themen gehen uns nicht aus“, lautete daher auch das Fazit Schreiners.