"Herausforderungen der Feuerwehren steigen beständig an"

MdL Max Gibis informiert sich bei Kreisbrandrat Hermann Keilhofer

2018-01-24

Als Mitglied des Innenausschusses des Bayerischen Landtags beschäftigt sich der Landtagsabgeordnete Max Gibis in seiner parlamentarischen Arbeit mit sämtlichen Blaulichtorganisationen. „Um für die theoretische Arbeit im Landtag auch tatsächliche praktische Einblicke zu bekommen, versuche ich bei allem Blaulichtorganisationen vor Ort regelmäßig vorbei zu schauen“, begründete der Abgeordnete Max Gibis seinen Besuch beim Kreisbrandrat des Landkreises Regen Hermann Keilhofer sowie seinen beiden Kreisbrandinspektoren Christian Stiedl und Michael List.

MdL Max Gibis (r.) im Gespräch mit dem Kreisbrandrat Hermann Keilhofer und seinen beiden Kreisbrandinspektoren

Kreisbrandrat Hermann Keilhofer freute sich, dass sich der Abgeordnete Max Gibis für die Interessen der Feuerwehren und seiner Funktionsträger vor Ort Zeit nahm. Zusammen mit seinen Kreisbrandinspektoren empfing er den Abgeordneten in seinem Besprechungsraum. „Es ist mir ein Anliegen, vor Ort bei den Feuerwehren nachzufragen, ob die Richtlinien und Gesetze, die wir in München beschließen, auch praktikabel sind“, erörterte der Landtagsabgeordnete seinen Besuch. Nach den Begrüßungsworten schilderte Keilhofer dem Abgeordneten zunächst die Situation der Feuerwehren im Landkreis Regen insgesamt, ehe er auf einige Anliegen zu sprechen kam, bei denen der Abgeordnete womöglich helfen könnte.

„Ein für uns sehr wichtiger Punkt, weil er einfach für unschöne Reibungspunkte sorgt, sind die fahrzeugbezogenen Blaulichtberechtigungen“, erklärte Keilhofer. „Zunächst einmal würde eine personenbezogene Blaulichtberechtigung mehr Sinn machen, weil viele Verantwortliche unter der Woche mit Dienstfahrzeugen unterwegs sind. Außerdem ist es nicht vermittelbar, dass manche Kreisbrandmeister eine Blaulichtberechtigung erhalten und andere wiederum nicht.“ Keilhofer betonte, dass jeder Kreisbrandmeister, der die vollständigen Ausbildungslehrgänge durchlaufen habe und der an der Einsatzstelle gebraucht werden könne, eine Blaulichtberechtigung erhalten sollte. „Hier wird am falschen Fleck gespart“, so Keilhofer. Der Abgeordnete Max Gibs versprach, das Thema in München bei passender Gelegenheit einzuspeisen.

Im weiteren Gesprächsverlauf kam man auf die Feuerwehrbedarfspläne zu sprechen. „Diese machen für eine einzelne Feuerwehr gesehen nicht sehr viel Sinn“, so Keilhofer, „ein Bedarfsplan gehört für ein gesamtes Einsatzgebiet, wie etwa dem Landkreis Regen, aufgestellt. Und dann darf es nicht ausschließlich als Möglichkeit von Einsparungen gesehen werden, sondern muss als Instrument zur bedarfsgerechten Optimierung von Ausrüstung und Material betrachtet werden.“ MdL Max Gibis pflichtet dem Kreisbrandrat bei diesem Thema bei. Keilhofer betonte, dass dies umso wichtiger sei, weil die Herausforderungen für die Feuerwehren durch sich verändernde bauliche Entwicklungen ständig ansteigen und dies obwohl die Personaldecke immer dünner wird. Auch die beiden Kreisbrandinspektoren Michael List und Christian Stiedl bestätigten, dass auf dem Papier zumeist eine große Einsatzbereitschaft gegeben sei, dies in der Realität oftmals anders aussehe, weil viele am Arbeitsplatz fest sitzen und nicht ausrücken können.

Zum Abschluss des Gespräches erörterten der Abgeordnete zusammen mit Kreisbrandrat Hermann Keilhofer und seinen Kreisbrandinspektoren Möglichkeiten, um die Personalsituation der Feuerwehren in Zukunft wieder zu verbessen. „Der Freistaat hat jetzt die Möglichkeit der Aufstellung von Kinderfeuerwehren geschaffen“, so MdL Max Gibis. „Gerade die Jugendarbeit ist die beste Option, um genügend Nachwuchs zur Verfügung zu haben.“ Keilhofer und seine beiden Kreisbrandinspektoren bestätigten dem Abgeordneten, dass gute Nachwuchsarbeit gemacht werde, doch die Personallücke eher im Alter von 20 bis 30 Jahren entsteht. „Ein Ansatz, den ich mir vorstellen könnte, wäre eine öffentliche Feuerwehrrente in angemessener Höhe für diejenigen, die ihr Leben lang Dienst in der Feuerwehr getan haben“, so Kreisbrandrat Hermann Keilhofer. „Vorbilder dafür gibt es zum Beispiel in Thüringen.“ MdL Max Gibis versprach, auch diese Idee im Innenausschuss einzuspeisen.