Burg Rothberg: Bedenken ausräumen - nach Lösungen suchen

MdL Max Gibis im Gespräch mit Sebastian Schauer - Gemeinsam nach Lösungen suchen

2017-12-12

Sebastian Schauer hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Die Verwirklichung eines innovativen Natur- und Entschleunigungs-Projektes im Zwieseler Winkel, nämlich die Errichtung eines mittelalterlichen Handwerksdorfes mit Themenpfaden samt mittelalterlicher Burg Rothberg. Die bei Rotkot geplante Anlage samt Handwerks-, Gastronomie- und Hotelbetrieb wurde in den örtlichen Kommunalparlamenten bereits behandelt. Trotz einiger Einwände, die auch auf Kritikpunkte seitens der Öffentlichkeit zurückgingen, wurde dem Vorhaben mit ein paar Einschränkungen von Seiten der Kommunalparlamente grünes Licht gegeben.

MdL Max Gibis (r.) auf der Suche nach Lösungen zusammen mit Burg-Initiator Sebastian Schauer (l.)

Momentan befindet sich das Projekt im Raumordnungsverfahren bei der Regierung von Niederbayern, das bis Ende Januar/Anfang Februar 2018 abgeschlossen sein sollte. Initiator Sebastian Schauer versucht derweil, die geäußerte Kritik aufzugreifen und im Dialog mit der Öffentlichkeit die noch bestehenden Bedenken auszuräumen. Dabei hat er zu Beginn dieses Dialogs zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Max Gibis nach Lösungen gesucht.

Aus den Vorstellungen in der Presse sowie in den Kommunalparlamenten sowie über Vorabinformationen war der Landtagsabgeordnete Max Gibis über das Bauvorhaben Sebastian Schauers bereits bestens im Bilde. Das Konzept des mittelalterlichen Handwerksdorfes samt mittelalterlicher Burg basiert auf den Grundprinzipien des Entschleunigungs-Tourismus sowie der Wertschätzung für Rohstoffe und Ernährung, der Wertschätzung für das Handwerk sowie dem Fokus auf der aktiven Kommunikation zwischen den Menschen. „Diese Tugenden erleben in der modernen Gesellschaft gerade eine Renaissance und so sind ein bewusster Umgang mit Ressourcen fernab von zeitlichem Stress gefragt wie selten zuvor“, erklärte Sebastian Schauer dem Abgeordneten seine  Motivation für dieses Projekt. Schauer erläuterte dem Abgeordneten noch einmal kurz, dass bei dem Projekt eingebettet in die Thematik „Mittelalter“ den Urlaubern, den Tagungsgästen sowie den Tagestouristen zum einen auf Themenpfaden Wissen über die gesamte Wertschöpfungskette vermittelt werde und zum anderen bei Workshops aktiv eine nachhaltige Lebensweise mit auf den Weg gegeben wird. „Das Handwerksdorf samt mittelalterlicher Burg mit Übernachtungs- und Tagungsmöglichkeiten bietet somit verschiedenen Zielgruppen in einem tragfähigen wirtschaftlichen Konzept eine Auszeit aus dem stressigen Arbeitsleben in einer abenteuerlichen Umgebung“, ist Sebastian Schauer von seinem Vorhaben überzeugt.

Zusammen mit dem Abgeordneten Max Gibis war ihm bei dem gemeinsamen Treffen aber vor allem daran gelegen, die bestehenden Kritikpunkte und Bedenken der Öffentlichkeit aufzugreifen und gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Schauer listete dem Abgeordneten sämtliche geäußerten Einwände auf und besprach Lösungsmöglichkeiten mit ihm. Am dringendsten sieht Sebastian Schauer die vielfältigen Bedenken der Anwohner in Rotkot in unmittelbarerer Nachbarschaft zum dem entstehenden Mittelalterdorf samt Burganlage. „Nachdem hier Bedenken hinsichtlich einer überfüllten Erschließungsstraße durch Rotkot geäußert worden sind, haben wir diesen Einwand aufgegriffen und arbeiten hier an einer Lösung. So ist eine Verkehrserschließung von der Nordseite her durchaus möglich. Sämtliche Grundstücke stünden zur Verfügung, die mögliche Trasse ist momentan sogar eine zum Teil aktiv genutzte Rückegasse und das Straßengefälle entspräche ca. dem der Rusel“, räumte Schauer hier die Bedenken aus. Ergänzend verwies Schauer darauf, dass die gesamte Parkplatzsituation dann auch auf der Nordseite der Anlage platziert sei sowie außerdem mit einem intelligenten Parkleitsystem und wenn möglich auch über das öffentliche Nahverkehrssystem gelöst werde. „Die Anwohner brauchen keine Angst vor jeglicher Belästigung durch dieses Bauvorhaben haben. Sogar ein Lärmschutzgutachten liegt vor, das die maximale Lärmbelästigung lediglich zwischen 40 und 50 Dezibel sieht“, betonte Schauer. MdL Max Gibis zeigte sich von den Ausführungen Schauers zu den Einwänden der örtlichen Bewohner durchaus überzeugt. „Auf Basis der Norderschließung kann hier eine zufriedenstellende Lösung mit den Anwohnern gefunden werden.“

Als nächstes sprach Sebastian Schauer Aussagen von Landkreis-Touristikern sowie des Nationalparks Bayerischer Wald an, wonach das Gästeklientel nicht zur Marktausrichtung des Landkreises Regen passe. „Mit unserem Vorhaben sprechen wir die Zielgruppe der „LOHAS“ (Lifestyle of Health and Sustainability) - Touristen an, welche auf einen nachhaltigen und naturbezogenen Lebensstil Wert legen. Ich wüsste keine passendere Zielgruppe für den Bayerischen Wald sowie den Landkreis Regen“, so Schauer. Zur besagten Zielgruppe gehören demnach Erholungssuchende, die eine Auszeit aus dem stressigen Alltag benötigen, interessierte Tagestouristen, sowie aber auch Seminargäste auf der Suche nach außergewöhnlichen Workshops.

Im Weiteren erläuterte Sebastian Schauer dem Abgeordneten die Thematik der städtebaulichen Erschließung. „Ein städtebaulicher Vertrag mit der Stadt Zwiesel wird die Kostenübernahme der Erschließung mit Wasser und Abwasser regeln. Hier wird es eine Lösung geben, bei der niemand belästigt wird. Und die Stadt Zwiesel profitiert massiv von einem zusätzlichen Großabnehmer. Zum einen kann die örtliche Kläranlage das zusätzliche Aufkommen locker leisten und zum anderen verteilen sich die Kosten des kostendeckenden Systems der Wasserver- und Abwasserentsorgung auf mehrere Schultern“, so Sebastian Schauer. Das Thema Fledermäuse sei durch ein Gutachten der Biologin und Fledermausbeauftragten Susanne Morgenroth mit Auflagen erledigt, die hier die Verträglichkeit bescheinigt hat. Die Tragfähigkeit des Berges, der durch Stollen durchzogen scheint, werde Schauer über ein anerkanntes Ingenieurbüro testen lassen. „Damit gibt es momentan keinen handfesten Grund, der gegen die Verwirklichung des Bauvorhabens spricht“, schloss Sebastian Schauer seine Ausführungen.

„Der Versuch, die Bedenken der Menschen vor Ort auszuräumen und gemeinsam nach Lösungen suchen, ist sicherlich der richtige Weg. Generell bin ich der Meinung, dass die örtliche Politik sowie die Verantwortlichen vor Ort nicht nach Einwänden suchen, sondern willigen Investoren bei der Umsetzung ihrer Ideen behilflich sein sollten“, so der Landtagsabgeordnete Max Gibis. „Wir dürfen nicht vergessen, welche Wertschöpfung für die Region hier entsteht, wenn man die Arbeitsplätze, den Tagestourismus, den Hotelbetrieb sowie auch die anzusiedelnden Handwerksbetriebe betrachtet“, so Gibis. Sebastian Schauer ergänzte zu diesem Thema, dass auch die Handwerker für das Handwerkerdorf zum Teil aus der Region kommen und auch die Produkte durch ein Regionalkonzept von örtlichen Anbietern bezogen werden sollen. „Anfragen von Handwerksbetreiben liegen uns bereits in der benötigten Größenordnung und auch Vielfalt vor“, so Sebastian Schauer.

MdL Max Gibis merkte noch an, dass die Anwohner wohl auch Angst vor großen Veranstaltungen hätten, zu denen dann tausende Besucher strömen würden. Sebastian Schauer führte dazu aus, dass man auf die Events zum Großteil verzichten könne. „Wenn es vor Ort gewollt ist, dass auch Veranstaltungen angeboten werden, dann sind wir hier natürlich mit an Bord. Es geht bei Events und Veranstaltungen auch um positive PR für die Stadt Zwiesel“, so Schauer.

Abschließend sprach MdL Max Gibis noch den Punkt Investitionskosten an. „Hier wurde ebenfalls gemutmaßt, dass die Investition in dieser Größenordnung vielleicht gar nicht leistbar ist. Hier bin ich aber schon der Meinung, dass dies Sache des Investors ist“, merkte der Landtagsabgeordnete an. Sebastian Schauer bedankte sich für das Vertrauen und verwies hierbei darauf, dass für die insgesamt 13,5 Mio. Baukosten zuzüglich Erschließung und Ausstattung bereits genügend Investoren Interesse bekundeten.

Nach einem positiven Ausgang des Raumordnungsverfahrens müsste das Projekt in die Bauleitplanung einsteigen. Erst hier lassen sich dann konkrete Kosten für die Erschließung ermitteln. Bis es soweit ist, möchte Sebastian Schauer weiterhin im Dialog mit der Öffentlichkeit in Zwiesel bleiben. „Ich bin gerne bereit, jeden Einwand aufzugreifen und nach einer Lösung zu suchen.“