Gibis und Waschler in der Wirtschaftsschule in Passau

Abgeordneten informieren sich über Wirtschaftsschule - Praxisnahe Ausbilung ebnet den Schülern den Weg in den Beruf

2017-07-19

Die beiden Landtagsabgeordneten Dr. Gerhard Waschler und Max Gibis haben auf Einladung der Schulleitung der Wirtschaftsschule in Passau einen Besuch abgestattet. Dabei informierten Schulleiter Robert Lindner und seine Stellvertreterin Anna Maria Siegert die beiden Abgeordneten über die Besonderheiten der Wirtschaftsschule und gaben Anregungen, sowie einzelne Verbesserungsvorschläge weiter.

MdL Max Gibis (2.v.l) und MdL Dr. Gerhard Waschler (mitte) zusammen mit Schulleiter Robert Lindner (2.v.r) und seiner Stellvertreterin Anna Maria Siegert (l.) in einem der vier Übungsunternehmen der Wirtschaftsschule Passau

Zunächst einmal gaben Schulleiter Lindner und seine Stellvertreterin Frau Siegert den beiden Abgeordneten Auskunft über die Entwicklung der Schülerzahlen sowie die besondere Position der Wirtschaftsschule im bayerischen Schulsystem. „Die Wirtschaftsschule bietet den Abschluss der Mittleren Reife und zusätzlich eine schwerpunktmäßige kaufmännische Ausbildung an“, so Schulleiter Robert Lindner. „Dabei setzt die Wirtschaftsschule auf eine sehr praxisnahe Ausbildung, was den Schülerinnen und Schülern im späteren Berufsleben den Einstig enorm erleichtert.“ Ab dem nächsten Schuljahr könne die Abschlussprüfung sogar im Praxisfach „Übungsunternehmen“ gemacht werden.

Die Landtagsabgeordneten Max Gibis und Dr. Gerhard Waschler, letzterer auch in seiner Eigenschaft als stv. Vorsitzender des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag, zeigten sich beeindruckt von den virtuellen Unternehmen, die von den Wirtschaftsschulen in ganz Bayern betrieben werden und bei denen die Schüler in realer Art und Weise das kaufmännische Handwerkszeug erlernen können. „Vom Wareneinkauf, bis zur Lagerhaltung über den Verkauf und die Rechnungstellung bis hin zur Mahnung – in einer virtuellen Geschäftswelt erlernen die Schüler die realen Aufgaben“, so Robert Lindner. Gibis und Waschler betonten, dass sie beide eine praxisnahe, sowie später auch eine berufsbegleitende Ausbildung sehr begrüßten und darin auch einen Grund für die konkurrenzfähige deutsche Wirtschaft und die hervorragenden Fachkräfte in Deutschland sahen.

Verbesserungsbedarf sahen die beiden Schulleiter vor allem im Bereich der technischen Ausstattung: „Das Budget für Bücher wurde noch nie auf die Zeiten der Digitalisierung angepasst, so sind hier zu viele Mittel in den Haushalten vorgesehen, die aber im Bereich von e-Books oder digitalen Unterrichtsgeräten fehlen.“ Genauso sahen Robert Lindner und Anna Maria Siegert Handlungsbedarf beim technischen Equipment: „Als Wirtschaftsschule benötigen wir vor allem für unsere vier virtuellen Übungsunternehmen eine vollständige Ausstattung an Rechnern für unsere Schüler. Das momentane Budget deckt den Unterhalt, diese Rechner in Stand zu halten ab, eine Neuanschaffung von 200 Rechner stellt die Schulen aber vor eine kaum zu bewältigende Herausforderung.“ Neben den Forderungen an den Sachaufwandsträger bat Schulleiter Robert Lindner vor allem auch um eine generelle Unterstützung der Schulart Wirtschaftsschule in München. Die Abgeordneten Gibis und Waschler versprachen, sich dafür einzusetzen, dass das bayerische Kultusministerium weiterhin an den Wirtschaftsschulen als Möglichkeit einer praktischeren, schulischen Ausbildung festhält.

Interessant fanden die beiden Landtagsabgeordneten auch noch die Tatsache, dass sich die Klassen sehr heterogen zusammensetzen. So tritt zwar ein Großteil der Schülerschaft mit Beginn der 7. Jahrgangsstufe in die vierstufige Wirtschaftsschule bzw. mit Beginn der 10. Jahrgangsstufe in die zweistufige Wirtschaftsschule über, doch wechseln jährlich zu allen Jahrgangsstufen weitere Schüler an die Wirtschaftsschule vom Gymnasium, den Realschulen und auch den Mittelschulen, um in den Genuss der Mittleren Reife – kombiniert mit einer kaufmännischen Grundausbildung - zu kommen. „Auch für das Schuljahr 2017/2018 sind bereits wieder mehr als 70 Schüler neu angemeldet und die Anmeldungen mit dem Jahreszeugnis sind noch möglich“, so Anna Maria Siegert abschließend.